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Wie können Barrieren in der Kommunikation zwischen dem Gesundheitspersonal deutlich minimiert werden?

Wie können Barrieren in der Kommunikation zwischen dem Gesundheitspersonal deutlich minimiert werden?

Durch die Mehrfachbelastung aus Patientenversorgung, Dokumentation, VerwaltungstĂ€tigkeiten und vieles mehr bleibt hĂ€ufig wenig Zeit fĂŒr den fachlichen Austausch mit Kollegen. Mehr...

Phillipp Kurtz
Phillipp Kurtz

Im Klinikalltag steht das gesamte Personal regelmĂ€ĂŸig unter einem enorm hohen Druck. đŸ€Ż  Durch die Mehrfachbelastung aus Patientenversorgung, Dokumentation, VerwaltungstĂ€tigkeiten und vieles mehr bleibt hĂ€ufig wenig Zeit fĂŒr den fachlichen Austausch mit Kollegen. Verschlimmert wird die Situation hĂ€ufig durch Kommunikationshemmnisse, die insbesondere zwischen den unterschiedlichen Berufsgruppen bestehen. Zum Einen sind das einfache, technische Problemstellungen, wie zum Beispiel fehlende tragbare EndgerĂ€te (z. B. Diensthandys), auf der anderen Seite sind es auch sehr emotionale GrĂŒnde wie die Angst, man könnte den Vorgesetzten stören und damit einen Konflikt provozieren, was in der Kultur vieler Gesundheitseinrichtungen leider noch sehr hĂ€ufig anzutreffen ist. Insgesamt entsteht eine schwierige Gemengelage, die Fehler in der Behandlung begĂŒnstigen kann und die Mitarbeitenden zusĂ€tzlich verunsichert. Inzwischen werden ganze BĂŒcher darĂŒber geschrieben, wie mit diesem Problem professionell umzugehen ist. 📚

âžĄïž(https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-662-61749-6_16)

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Sehen wir uns ein Beispiel an, wie es leider noch viel zu hĂ€ufig im Alltag vorkommt: Pflegekraft Hanna S. đŸ‘±đŸŒâ€â™€ïž hat heute wieder Nachtschicht auf Station 3B der GynĂ€kologie mit Schwerpunkt Onkologie. Hanna arbeitet in einer Klinik, wo es leider nur einen PC pro Abteilung gibt und diesen muss sie sich auch noch mit dem Ă€rztlichen Personal teilen. Das heißt: dokumentiert wird noch handschriftlich in einer Patientenmappe aus Papier.📝 Jetzt lĂ€utet eine Patientin, Frau W., weil sie nach ihrer Brustoperation starke Schmerzen hat. Nur die StationsĂ€rztin, die gerade Dienst hat, ist in der Ambulanz und Hanna S. kann leider nicht entziffern, was als Bedarfsmedikament aufgeschrieben wurde. Was also tun? đŸ€Ż Soll sie die DienstĂ€rztin anrufen? Damit riskiert sie aber den Groll der Ärztin, sollte die gerade mitten in einer Untersuchung sein, falls sie sie ĂŒberhaupt erreicht. Also einfach raten, welches Medikament gemeint ist? Das birgt die Gefahr, dass sie sich irrt und versehentlich der Patientin schadet. Vielleicht könnte sie einfach kurz und knapp eine WhatsApp an die DienstĂ€rztin schicken? Da macht sie sich aber Sorgen mit dem Datenschutz. Hanna S. steht unter enormen, emotionalen Druck. Situationen dieser Art lassen sich fĂŒr jede an der Patientenbehandlung beteiligte Berufsgruppe beschreiben. Jeder von uns hat sie in der ein oder anderen Art und Weise schon mehrfach erlebt.  Denn Patientenbehandlung ist immer Teamarbeit und kann nur funktionieren, wenn die unterschiedlichen Berufsgruppen (Pflege, Therapie, Pharmazie und Medizin) alle an einem Strang ziehen.

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Die KulturĂ€nderung muss von innen heraus kommen, hier sind alle Beteiligten gefragt. Es wird endlich Zeit, dass alle Berufsgruppen untereinander auf Augenhöhe angesehen werden und auch Pflege sowie therapeutische Dienste, sollten mit Beginn an viel mehr Verantwortung ĂŒbernehmen dĂŒrfen. Dies Beginnt bereits in der Ausbildung/Studium,  wo leider kaum bis gar keine interdisziplinĂ€ren Unterrichtseinheiten stattfinden, denn so könnte bereits ein viel stĂ€rkeres WIR-GefĂŒhl erzeugt werden. Kommunikation ist sehr entscheidend, wenn es um die Patientenversorgung geht und dafĂŒr braucht es auch Trainingsmöglichkeiten, wo miteinander offen gesprochen werden kann. FĂŒr alle Mitarbeitenden egal welcher Berufsgruppe oder Hierarchieebene sollten sichere FreirĂ€ume fĂŒr den Austausch miteinander geschaffen werden. DafĂŒr braucht es freie Zeit und vor allem den geschĂŒtzten Raum, in dem frei diskutiert werden kann und Probleme offen angesprochen werden können, ohne mit negativen Konsequenzen durch Kollegen rechnen zu mĂŒssen. Das klingt immer einfacher, als es dann am Ende ist. Das ist eher eine Aufgabe fĂŒr eine ganze Generation. Um den Beruf auch fĂŒr die jĂŒngere Generation attraktiver Gestalten zu können, sind  digitale Technologien eine Riesenchance.❗

Denn ein Punkt der sich deutlich einfacher umsetzen lĂ€sst, ist die Bereitstellung der richtigen Technologien. Es braucht endlich eine gute Lösung um die Menschen bei der Kommunikation zu unterstĂŒtzen und auch gleichzeitig entlasten zu können. DafĂŒr bieten sich digitale Anwendungen an. Zum einen sind das Videotelefonie-Lösungen, die es ermöglichen im Vergleich zu klassischen Telefonie-Lösungen signifikant mehr Informationsgehalt zu ĂŒbermitteln. Aber gerade auch wenn wir auf das Beispiel von Hanna S. auf der GynĂ€kologie nochmals zurĂŒckblicken, dann bieten sich Chat- bzw. Messaginglösungen fĂŒr eine verbesserte Kommunikation an. Denn dadurch, dass verschiedene Dateiformate ĂŒbermittelt werden können und, dass Kommunikationspartner nicht gleichzeitig online sein mĂŒssen, aber trotzdem durch Push-Benachrichtigungen in der Regel sehr schnell reagieren, ist dieses Medium extrem flexibel einsetzbar. NatĂŒrlich muss der Datenschutz jederzeit vollstĂ€ndig gewĂ€hrleistet sein. DafĂŒr gibt es Anbieter (wie z.B. Famedly ), die genau das sicherstellen. 🔒

Doch kurz zusammengefasst welche  Chancen und Vorteile bieten digitale LösungsansÀtze?

Digitales Kommunikationstool sorgt fĂŒr:

  • schnelleres sicheres Kommunizieren đŸ“Č
  • steigende Mitarbeiterzufriedenheit đŸ‘«
  • eine deutlich optimierte Zusammenarbeit zwischen medizinischem und pflegerischem Personal đŸ€
  • eine raschere Patientenversorgung durch den schnellen Austausch, was wiederum auch den Gesundheitsverlauf optimieren kann đŸ§‘â€đŸŠœ

Damit der grĂ¶ĂŸtmögliche Mehrwert entsteht, mĂŒssen allerdings alle Berufsgruppen mit den entsprechenden Tools ausgerĂŒstet werden. Denn nur so kann eine echte Kommunikation zwischen ihnen entstehen und somit die BehandlungsqualitĂ€t tatsĂ€chlich gesteigert werden, weil die relevanten Informationen immer zeitnah bei den richtigen Personen vorliegen. AlleingĂ€nge einzelner Berufsgruppen, sei es das Ă€rztliche oder das pflegerische Personal, mĂŒssen konsequent vermieden und eine gemeinsame Gesamtlösung gefunden werden. Dann allerdings können diese digitalen Tools eine enorme Verbesserung der Kommunikationskultur bewirken und die Barrieren zwischen dem Gesundheitspersonal deutlich minimiert werden.



Co-Autorin Miriam Moser
Digital- und Pflegepionierin mit jahrelanger praktischer Expertise im Gesundheitswesen (ambulant wie stationÀr). Master in Pflegeberatung & Pflegewissenschaften.